Gewölbekeller Weinimport

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Rund um die Weinverschlüsse

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Bereits in der Antike wurden Amphoren mit Kork und Pech verschlossen, um die Haltbarkeit des Weins zu verlängern. Im frühen Mittelalter wurde der Wein jedoch mit Holzstopfen und einem Stück Stoff abgedichtet. Dies, womöglich, weil die Mauren im 8. Jh. die iberische Halbinsel erobert hatten, welche als Hauptlieferant für Kork galt.

Mit der Entwicklung der Glasflasche im 17. Jh. mussten neue Verschlussmethoden gefunden werden. Zu Beginn wurden Glasstopfen benutzt, welche für jede Flasche einzeln angefertigt werden mussten. Diese, viel zu kostspielige Methode, wurde zwar bis ins 19. Jh. verwendet, jedoch setzte sich seit dem 17. Jh. allmählich der Korken als Flaschenverschluss durch.
Der Korken wird aus der Rinde der Korkeiche (Quercus suber) gewonnen. Erst ab einem Alter von 25 Jahren besitzt die Korkeiche eine genügend dicke Rinde, um diese abzuschälen; nach portugiesischem Gesetz darf die Eiche nur alle 9 Jahre geschält werden. Die grössten Korkwälder mit ca. 30% des weltweiten Bestandes befinden sich in Portugal, diese wurden jedoch in den 1980er Jahren stark von der Europäischen Union mit finanziellen Mitteln gefördert. Spanien ist der zweitgrösste Korkproduzent; die Winzer aus der Champagne beziehen bis heute ihre Korken grösstenteils aus dem Norden Kataloniens.
Leider besitzt der Korken negative Eigenschaften, welche den Wein teilweise ungeniessbar machen. Zum einen verliert der Korken mit der Zeit an Elastizität und begünstigt somit die Möglichkeit von Oxidation, dies ist auch der Grund wieso das Füllniveau in der Flasche, je nach Lagerbedingungen, nach längerer Zeit abnimmt.
Der grösste Anteil an fehlerhaften Weinflaschen wird jedoch dem Korkgeschmack zugeschrieben, welcher umgangssprachlich als «Zapfenwein» beschrieben wird.
Die meisten von uns kennen ihn, aber nur wenige können ihm etwas abgewinnen. Oft sucht er uns heim, bei den besten Flaschen. Aus dem Weinglas kommt ein holziger, modriger Geruch. Der fehlerhafte Wein hat Kork, doch woher stammt dieser?

Woher stammt der Korkgeruch?

Beim Korkgeruch handelt es sich um eine von Bakterien gebildete Substanz namens Trichloranisol. Diese chemische Verbindung kann schon ab einem Milliardstel Gramm pro Kubikmeter geruchsverändernd wirken. Während gewisse Bakterien im Kork normal sind, gibt es für das Chlor kein natürliches Vorkommnis in der Korkeiche. Daraus muss man schliessen, dass das Chlor erst bei der Verarbeitung oder dem Transport hinzukommt.

Früher wurden Korkplatten vor der Verarbeitung in Chlorbäder gelegt. Daher kam es bei einigen Korken zu einer Kreuzkontamination von Chlor und Bakterien. Doch diese Praxis findet schon seit geraumer Zeit keine Anwendung mehr. Wie kann es also sein, dass auch heute noch kontaminierte Korken entstehen und sogar manchmal, mit Kunststoff verschlossene Weine, einen Korkgeruch aufweisen?

Bei Forschungsarbeiten kam zum Vorschein, dass einige Pestizide Chlorverbindungen aufweisen, diese können jedoch nicht allein dafür verantwortlich sein. Die Antwort liegt beim Transport und der Reinigung. Dort werden oft chlorhaltige Reinigungsmittel eingesetzt. Da Chlor ein flüchtiges Element ist, verdunstet es und die Bakterien können in seltenen Fällen sogar auf anderen Verschlüssen auftreten und den typischen Korkgeruch bilden.
Ebenfalls ist es interessant, dass Trichloranisol bitter und chemisch riecht, aber nicht nach den typischen Geruchsnoten, die es im Wein bewirkt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Substanz Geruchszellen blockieren kann. Was wir also wahrnehmen, ist ein stark reduziertes Geruchsspektrum und einen, in der Folge, unausgeglichenen Wein.

Alternativen zum Kork

Es gibt bereits seit Jahrzenten sehr gute Alternativen zum Korken, als Weinverschluss. Hier gilt es den Drehverschluss sowie den Glasverschluss zu beachten.
Verschlüsse mit einem Glasstopfen sind bereits seit den 2000er Jahren auf dem Markt und sind etwa gleich teuer wie ein Naturkork, konnten sich bis heute aber nicht durchsetzen. Der bedeutendste Rivale des Naturkorken ist der Drehverschluss. In gewissen Ländern hat der Drehverschluss den Naturkork bereits seit über einem Jahrzehnt vom Markt verdrängt. So werden in Neuseeland über 90% aller Weine mit einem Schraubverschluss abgefüllt, in Australien sind es mittlerweile knapp 70%. Und auch hierzulande wächst die Akzeptanz des Drehverschlusses, den er bietet praktisch nur Vorteile gegenüber dem Naturkork. So werden die Aromen bei einer luftdichten Versiegelung des Weins länger beibehalten und insbesondere die Weissweine behalten länger ihre Frische und Fruchtigkeit. Die praktische Anwendung und einfache Möglichkeit den Wein wieder zu verschliessen sind, neben dem nicht mehr vorkommenden Korkgeschmack, weitere Vorteile. Bereits jetzt sind namhafte Önologen, Fachleute, Produzenten von hochwertigen Weinen wie auch Sommeliers davon überzeugt, dass die Zukunft dem Schraubverschluss gehört.
Somit wird die Zahl der Traditionalisten mit der Zeit wohl immer kleiner werden, jedoch sicher nicht aussterben. Denn kaum ein Weinliebhaber kann sich vorstellen, dass die namhaften Weingüter aus dem Bordeaux einen Richtungswechsel vornehmen und auf ihre Tradition des Naturkorken verzichten werden.

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