Räbenchilbi

Lichterglanz für Jung und Alt

3 min

Gerade vor 250 Jahren löste die Kartoffel die Herbst-Räbe als Grundnahrungsmittel ab. Sonst wäre es wohl gar nie zum schönen Brauch der Räbeliechtli-Umzüge gekommen.

Diese Tradition ist inzwischen über 250 Jahre alt. Dass man aus den im alemannischen Sprachgebrauch genannten Räben, eigentlich klassische Herbstrüben, Laternen fertigen kann, haben schon die Kelten hierzulande gewusst.  Im Spätherbst, wenn die letzten Feldfrüchte eingebracht waren, haben sie für die gelungene Ernte den Geistern gedankt. Heute geht es weniger um diese Geister als vielmehr darum, an den traditionellen Umzügen in den Gemeinden teilzunehmen und, dass Kinder mit den schönen Lichtern abendliche Spaziergänge mit der Familie unternehmen können. Immer aber sollten die Räbeliechtli zum Abbrennen der Kerzen in die Fenster gestellt werden. Ein alter Brauch, der bei Kälte, Nebel und Dunkelheit für etwas Licht und Wärme sorgt. Wenn die Räben zu schrumpfen beginnen ist es Zeit diese dem Kompost zu übergeben. Die Adventszeit ist dann nicht mehr weit.

4 Schritte zur eigenen Räben-Laterne

1

Von der runden oder ovalen Räbe wird der oberste Fünftel abgeschnitten, ausgehöhlt und für die spätere Verwendung als Laternendach beiseitegelegt. Selbstverständlich können auch bei diesem Räben-Teil Ornamente in die Aussenhaut geritzt und das Zentrum zum Beispiel mit einem Stern geöffnet werden. Mit einer Guetzliform ist das ein leichtes Unterfangen.

Drei Löcher am Rande des Laternendaches sind schliesslich für die Verschnürung mit der eigentlichen Laterne vorzusehen.

2

Umwandlung der restlichen Räbe zum Laternenbauch: Aushöhlen bis auf eine Aussenwanddicke von ca. 1 Centimeter.

Verzierungen auf der violetten Aussenhaut  einritzen.  Sujets sind zum Beispiel  Sonne, Mond, Sterne, Ahornblatt und Fische.. Als Vorlage eignen sich auch Guetzliformen, diese  nur sanft andrücken und dann mit dem Messer entlang der Motive schrittweise die Aussenhaut ablösen. Jetzt kann die Räbe, je nach Beschaffenheit, noch etwas zusätzlich ausgehöhlt werden.

3

Halteschnüre und Verbindung mit dem Deckel. Zahnstocher knicken und als «Widerhacken» mit der Schnur verknüpfen und die Schnur durch das Loch von innen nach aussen ziehen.

Der Schnur einen grossen Knoten etwa 4 Centimeter über dem Laternenrand verpassen und das Ende durch eines der drei Löcher am Laternendach durchziehen.

Mit den beiden weiteren Schnüren gleich vorgehen. Die drei Schnüre schliesslich 30 Centimeter über dem Deckel zusammenknoten und bei Bedarf an einen Laternenhalter oder Laternenstecken festmachen.

4.

Zur Platzierung des Teelichtes ( Rechaud-Kerze) Deckel kurz heben und Kerze in der Bodenmitte platzieren.

Räbenchilbi

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Die Räbechilbi Richterswil

Dieses schon bald weltberühmte Ereignis ist immer im November der Stolz der ganzen Region Zürichsee und Sihltal. Der Umzug verzaubert mit tausenden von sanft leuchtenden Räben das Dorf, seine Einwohnerinnen und Einwohner und die zu Tausenden angereisten Gäste. Die Zuschauer säumen mit ihren eigenen Laternen die Strassen und erfreuen sich an den über 30 Sujet-Wagen. Diese zeigen traumhafte oder aktuelle Themen aber auch bekannte Persönlichkeiten. Gut 50’000 Kerzen leuchten in den zu Bildern zusammengefügten Räben, welche ein Gewicht von nahezu 30 Tonnen erreichen. Eine beinahe mystische Stimmung erfasst Jung und Alt. Im letzten Jahr waren ca. 20’000 Personen zu verzeichnen. Heuer muss auf die Durchführung verzichtet werden aber am 13. November 2021 ist es wieder soweit.

Werkzeuge für schöne Räben-Laternen

Küchenmesser, Schnitzer und Form für die Sujet Schnitzereien
Teelöffel, Melonenlöffel (Kugelausstecher) zum Aushöhlen der Räbe
Zahnstocher zur Halterung der Tragschnur
Schnur
Dicke Schnur und bei Bedarf für die Kleinen: Laternen-Tragebügel oder Stock
Teelicht-Kerze
Zündhölzer