Felsenegg Bahn von oben

Kurz ins Paradies

3 min

Mit ihr gelangt man in Rekordzeit zur schönsten Aussicht Zürichs. Und das bereits seit 66 Jahren. Dennoch ist die Luftseilbahn Adliswil – Felsenegg für viele immer noch ein Geheimtipp.

Eine Luftseilbahn, ganz in der Nähe von Zürich? Die Mehrheit in den Zürcher und Schwyzer Seegemeinden würde bei dieser Aussage auf jeden Fall ins Rätseln kommen. Aber ja, es gibt sie. Die LAF, die «Luftseilbahn Adliswil, – Felsenegg», ist die einzige konzessionierte Luftseilbahn im Kanton Zürich. In weniger als fünf Minuten führt sie jeden Naturhungrigen und Ruhesuchenden barrierefrei in ein weitläufiges Erholungsgebiet, das sowohl kurze Spaziergänge, Nordic Walking (sechs Trails), als auch ausgedehnte Wanderungen ermöglicht. Wie etwa den Albisketten-Klassiker: von der Bahnstation Felsenegg zum Albishorn. Auch der beliebte Zürcher Hausberg, der Uetliberg, ist in einem gemütlichen eineinhalbstündigen Marsch erreichbar. Dabei ist man mit der S4 vom Bahnhof Zürich in rund fünfzehn Minuten in Adliswil und von hier aus zu Fuss in fünf Minuten bei der Talstation der LAF.

Fahrt in die Sprachlosigkeit

Wer an einem klaren Tag zum ersten Mal mit der Gondel zur 800 Meter hohen Bergstation «fliegt», den erwartet wortwörtlich ein blaues Wunder, mit dem man nicht rechnet. Der Ausblick auf den nahen See, der die Ebene wie ein riesiger unergründlicher Teppich bedeckt, die Stadt und die Alpen, macht sprachlos. Und süchtig. «Nicht umsonst gilt dieser Blick seit drei Generationen als Zürichs schönste Aussicht», erklärt uns Patrick Joss, Leiter Technik und Betrieb der LAF und diplomierter Seilbahnmanager, der uns begleitet. «Und wer im Panorama-Restaurant einkehrt oder den Panoramaweg zum Uetliberg wählt, wird sich an diesem Blick sattsehen können». «Drei Generationen» heisst dabei als Zeitspanne heute genau 66 Jahre. Denn bereits 1954 feierte die Luftseilbahn ihre Betriebseröffnung.

Modernität und Reminiszenz

Auch wenn die kurze steile Route heute natürlich noch immer dieselbe ist, hat sich in den Jahrzehnten viel bei der LAF getan. So wurde etwa 1986 der Betrieb auf Automatik mit Fernsehüberwachung umgestellt und in den letzten Jahren alles, was möglich war, saniert und renoviert. «2016 und 2017 haben wir sowohl die Berg-, als auch die Talstation erneuert, die Fassaden gestrichen und die Wartehallen mit edlem Holz ausgestattet», so Joss. Eine gelungene Mischung aus Modernität und Reminiszenz an die Zeit, aus der die beiden Gebäude stammen. «Und letztes Jahr wurde der Hauptantrieb der Seilbahn ersetzt, sozusagen das Herzstück, der im Hauptgebäude der Talstation im Keller steht.» Die LAF, die von der SZU, der Sihltal Zürich Uetliberg Bahn, betrieben wird, ist seit 1990 auch integrierter Bestandteil des ZVV-Netzes und konnte 2010 ihren 10-millionsten Fahrgast zur selig machenden Aussicht befördern.

Andrang und Musse

So wenig bekannt auch die Luftseilbahn bei vielen zu sein scheint, kommt es dennoch an manch sonnigen Wochenenden zu langen Warteschlangen. Letztes Jahr während des ZVV-Gratistages fuhren unglaubliche 4500 Personen mit der traditionsträchtigen Luftseilbahn. «In solchen Situationen wird kurzerhand auf einen schnelleren Betrieb umgeschaltet, der die Wartezeiten verkürzt», beschwichtigt Patrick Joss. 2019 nutzten mehr als 270 000 die LAF, rund 700 Fahrgäste sind es im Schnitt täglich. «Während der Woche ist es auf jeden Fall viel ruhiger», ergänzt der Betriebsleiter. «Und bei schönem Wetter ist für kurzfristig Entschlossene die schnelle Fahrt hinauf zur Felsenegg einfach nur Gold wert.» Da sind wir ganz seiner Meinung.

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