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Homeoffice – Fluch oder Segen?

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Die Arbeitswelt befindet sich gerade in einem fundamentalen Wandel. Dabei ist Homeoffice mit seinen Sonnen- und Schattenseiten nicht mehr wegzudenken.

Später als üblich, vom Piepen des Smartphones geweckt, kriecht es sich leichter aus dem wohlig warmen Bett. Der Sprung in die Jogginghose ist schnell gemacht, denn die leistet ihre Dienste tagein, tagaus. Ein unheimlich ruhiger Morgen, lediglich begleitet vom leisen Kaffeeschlürfen und den rhythmischen Klängen der Computertastatur. Dafür kein nervenaufreibendes Warten im Stau, kein lästiges Gequassel im Hintergrund und kein ständiges Telefonklingeln. Vom Schlafzimmer, zur Küche, zum Arbeitsplatz, zur Küche, zum Arbeitsplatz, zur Küche, zum Schlafzimmer – die typische Spazierroute von Herr und Frau Schweizer im Homeoffice.

Des einen Freud, des anderen Leid – Homeoffice alias Teleheimarbeit ist ein zweischneidiges Schwert. Der digitale Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden hat vor nicht allzu langer Zeit ein neues Bekanntheitslevel erreicht. Seither gilt es als Mitarbeiter:in flexibel und als Arbeitgeber:in innovativ zu bleiben.

Auf jeden Fall schont Homeoffice das Portemonnaie, denn es entfallen Fahrtkosten und Restaurantbesuche. Stattdessen wird gekocht oder bestellt. Kein Arbeitsweg bedeutet zudem weniger Stress und mehr Zeit. Zeit, die man für sich nutzen kann. Die vertraute Umgebung und Ruhe ermöglichen ausserdem konzentrierteres und effizienteres Arbeiten. Was man an Flexibilität aufbringen muss, gibt einem Homeoffice an Flexibilität zurück. Joggen, Yoga, Nickerchen, Arztbesuche, Kinder abholen – alles einfacher möglich.

Leider gibt es da auch eine Kehrseite der Medaille. Soziale Kontakte? Weit gefehlt! Die Arbeit im Homeoffice gleicht zeitweise der Isolation und fühlt sich häufig einsam an. Den Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben, besser bekannt unter Work-Life-Balance, aufrecht zu erhalten, erfordert Willenskraft und Selbstdisziplin. 24/7 erreichbar zu sein, kann auf Dauer krank machen. Und nur weil gewisse Quellen der Ablenkung eliminiert wurden, heisst das nicht, dass da nicht andere lauern: Der Griff zum Handy, der taubsauger in der Ecke, das Geschrei der Kinder, die Snacks im Kühlschrank.

Auf Unternehmensseite ist in Zeiten wie diesen Agilität gefragt. So müssen für existierende Abläufe neue Lösungen gefunden werden. Dabei sind einige rechtliche und versicherungstechnische Fragen rund um Arbeitszeit und -erfassung, Infrastruktur, Gesundheits- und Datenschutz etc. zu klären. Damit Mitarbeitende von zu Hause aus genauso wie im Büro arbeiten können, wird auf VPN-Zugänge, Cloud-Anwendungen oder Kollaborations-Tools gesetzt. Auch wenn Arbeitgebende in puncto Führung und Kontrolle enorm gefordert sind, können durch Homeoffice Arbeitsplatzkosten gesenkt und die Produktivität gesteigert werden. Mittlerweile scheint sich bei vielen Unternehmen alternierende Telearbeit, also zeitweise zu Hause und zeitweise im Büro, etabliert zu haben. Andere setzen komplett auf ortsunabhängiges Arbeiten respektive Remote-Work, was bei digitalen Nomaden Glücksgefühle auslösen dürfte. Arbeiten, wann und wo man will. So oder so – die Arbeitswelt wandelt sich gerade grundlegend und es bleibt abzuwarten, welchen Stellenwert Homeoffice in Zukunft geniessen darf. Sicher ist eines – Homeoffice kann Fluch und Segen zugleich sein.