Marc Winet und Diego Föllmi

7 min

Beitrag teilen:

Der Zusammenhalt der Region

7 min

Krise schafft, was lange nur gepredigt wurde: Konsum in der Region ist angesagt.

Global war gestern, heute gilt regional. Die Restriktionen rund um die Eingrenzung des Corona-Virus haben uns vor Augen geführt, dass wir so vieles, was wir brauchen, sozusagen vor der Haustür haben. Und dass es wichtig ist, dass es auch so bleibt. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Angebote der hiesigen Geschäfte und Betriebe.

Die KMU in den Bezirken Horgen und Höfe haben mit viel Einsatz und Innovationsbereitschaft auf die Corona-Restriktionen des Bundes reagiert. Hauslieferdienste, Take-Aways und persönliche Beratungstermine waren ihre Antwort darauf. Und wir als Konsumenten haben gelernt: Online-Shopping geht auch regional. Bücher, Kosmetik, Haushalts- oder Sportartikel finden sich nicht nur bei ausländischen Onlineriesen.

Unverzichtbares stärken

Nun gilt es, unserem regionalen Gewerbe weiterhin Sorge zu tragen. Wir stärken damit das, was unverzichtbar ist: kurze Versorgungswege und weniger Abhängigkeiten von globalen Lieferketten. Aber auch die Erhaltung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, eine hohe Lebensqualität dank einem autonomen Standort und nicht zuletzt den Spirit, der unsere Region ausmacht. Das ist gelebte Nachhaltigkeit.

Angebote bekannt machen

Damit der „regionale Franken“ auch in der Region bleibt, ist es essenziell, dass die Menschen einen Überblick haben über die Angebote, die es hier gibt. Sie müssen wissen, dass die hiesigen Geschäfte und Betriebe in der Lage sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Das geht nicht ohne gute Kommunikation.
Genau deshalb haben wir das Zürich Park Side Magazin lanciert. Es ist eine Plattform, auf der sich unsere Gewerbetreibenden der Bevölkerung präsentieren können. Eine Plattform, um ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen und neue Kunden zu gewinnen.

Regionaler Online-Shop

Mit unserem neuen Online Shop haben wir einen zusätzlichen Weg geschaffen, um den Angeboten der regionalen KMU noch mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Betriebe, die noch keinen eigenen Online Shop haben, können ihre ausgewählten Produkte auf der Webseite der Lifestyle Factory ZPS publizieren und erhalten die Kundenbestellung direkt ins Geschäft vermittelt. Bestehende Online Shops von Geschäften in den Bezirken Horgen und Höfe werden mit unserem Online Shop verlinkt.

Wir sind überzeugt: Alle Geschäfte unserer Region zusammen bieten ein Angebot, bei dem kein Warenhaus mithalten kann.

Marc Winet, Präsident Standortförderung ZImmerberg-Sihltal

«Ich wünsche mir, dass der Wert des lokalen Gewerbes gegenüber dem «billigen» Import stärker gewichtet wird.»

Marc Winet
Präsident Standlrtförderung Zimmerberg-Sihltal

Standortförderung Zimmerberg-Sihltal

Die Standortförderung Zimmerberg-Sihltal ist ein Verein, der von den Gemeinden, Unternehmer- und Arbeitgeberverbänden sowie Mitgliedern aus der Region getragen wird. Ihr Auftrag ist es, die Entwicklung der Region zu fördern und sie als prosperierenden Lebens- und Wirtschaftsraum mit internationalem Flair zu stärken.

Die Dienstleistungen der Standortförderung:
– Unterstützung bei der Suche nach Gewerbeflächen oder Grundstücken im Bezirk Horgen
– Gründung oder Mutationen einer Firma
– Kontakte zu Wissens- und Technologietransfer
– Unterstützung bei Projektideen und Start-ups
– Suche von Netzwerkpartnern im Bezirk Horgen und auch überregional
– Anliegen an die Politik oder die Verwaltung von Region und Kanton

Diego Föllmi, Präsident Wirtschaftsförderung Höfe

«Unsere Region ist hervorragend positioniert und wird gestärkt aus der Krise herauskommen.»

Diego Föllmi
Präsident Wirtschaftsförderung Höfe

Wirtschaftsförderung Höfe

Die Wirtschaftsförderung Höfe ist Ansprechpartnerin für neutrale Auskünfte zu gemeindeübergreifenden Anliegen und vermittelt Kontakte in den Höfner Gemeinden und im Bezirk. Zudem ist sie eng mit dem Amt für Wirtschaft Schwyz verbunden und kann so rasch und unbürokratisch bei Fragen im Zusammenhang mit kantonalen Themen unterstützen.

Die Dienstleistungen der Wirtschaftsförderung Höfe:
– Unterstützung bei der Suche nach Gewerbeflächen oder Grundstücken in der Höfe
– Gründung oder Mutationen einer Firma
– Kontakte zu Wissens- und Technologietransfer
– Unterstützung bei Projektideen und Start-ups
– Suche von Netzwerkpartnern in der Höfe und auch überregional
– Anliegen an die Politik oder die Verwaltung von Region und Kanton

«Der Zusammenhalt in der Region hat grossen Wert»

Das Coronavirus stellt unser Leben auf den Kopf. Auch jetzt ist noch lange nicht alles wie zuvor. Was bedeutet die Krise für unsere Region? Wir wollten es genau wissen. Mit Marc Winet und Diego Föllmi, den Präsidenten der regionalen Standortförderung Zimmerberg-Sihltal und der Wirtschaftsförderung Höfe, sprachen wir über den Shutdown und seine Folgen.

Marc Winet und Diego Föllmi, Sie sind nah dran. Wie beurteilen Sie die momentane wirtschaftliche Lage in unserer Region? Wie geht es unseren Firmen?

Winet: Unsere Region Zimmerberg-Sihltal spürt die Folgen der Krise deutlich, wobei die Branchen unterschiedlich stark betroffen sind. Zudem zeigt sich, dass die Digitalisierung helfen kann. Firmen, die hier noch nicht viel investiert haben, bekommen jetzt den Handlungsbedarf aufgezeigt. Besonders ernst ist die Situation für selbstständig Erwerbende in unmittelbarem Kontakt mit Kunden.

Föllmi: Auch die Höfe ist stark betroffen. Vor allem Firmen im gastronomischen und touristischen Bereich leiden sehr. Da wir einige Leuchttürme haben wie das Alpamare, das Panorama oder das Seedamm Plaza, spüren wir das deutlich. Gelitten haben auch Dienstleister, zum Beispiel Detaillisten oder Zahnärzte. Da kann auch die Digitalisierung nicht viel dran ändern oder ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Ich bin erleichtert, dass diese Branchen seit kurzem wieder arbeiten dürfen.

Was ist nun das Wichtigste, damit die regionalen Unternehmen wieder auf die Beine kommen?

Winet: Entscheidend ist, dass wir bald zu einer neuen Normalität zurückkehren können. Wir müssen mit dem Virus leben lernen. Dazu muss jeder Betrieb Schutzmassnahmen erarbeiten. Strukturell steht der Detailhandel vor besonderen Herausforderungen.

Föllmi: Eine Normalisierung ist zwingend notwendig, damit auch der Konsum wieder zurückkommen kann. Dabei ist es wichtig, dass wir uns alle weiter an die Schutzmassnahmen halten. Katastrophal wäre, wenn wir mit unserem Verhalten einen erneuten Lockdown provozieren würden. Viele Firmen würden das wahrscheinlich nicht verkraften.

Welches sind in dieser Krise die Aufgaben der Standort- bzw. der Wirtschaftsförderung?

Winet: Wir zeigen Firmen auf, wie sie Unterstützung erhalten können. Wir helfen, die administrativen Hürden zu bewältigen. Zudem können wir einen Beitrag leisten, damit die Region in den Köpfen der Menschen mehr Gewicht erhält. Diese Krise zeigt ja klar auf, dass kurze Wege ein Vorteil sind.

Was hat sich durch die Corona-Krise für Sie als Präsident der Standortförderung Zimmerberg-Sihltal bzw. der Wirtschaftsförderung Höfe verändert?

Winet: Die Standortförderung bietet neben konkreten Dienstleistungen wichtige Plattformen, wo man Netzwerke pflegen, Ideen austauschen und Lösungen für aktuelle Probleme erarbeiten kann. Wir haben da eine besondere Stellung. In unseren Gremien sind nicht nur die Wirtschaft vertreten, sondern auch die politischen Gemeinden, die Kultur und die Bildung. Zurzeit ist der Austausch stark eingeschränkt. Da müssen wir neue Formen finden. Zudem zeigt uns die aktuelle Krise, dass die digitale Infrastruktur wichtig ist. Dieses Thema werden wir noch stärker vorantreiben.

Föllmi: Die Digitalisierung ist auch bei uns ein grosses Thema. Dank unserem regionalen Energie- und Telekomunternehmen «EW Höfe» haben wir eine gute Ausgangslage. Darauf können wir aufbauen. Zudem haben wir eine klare, breit abgestützte Strategie. Unsere Dienstleistungen richten sich nach den Bedürfnissen der Wirtschaft. Sie laufen unverändert weiter. Und dann sind da noch unsere Anlässe. Natürlich möchten wir sie so bald wie möglich wieder durchführen, denn Austausch ist wichtig.

Man hat das Gefühl, dass die Krise dazu geführt hat, dass sich die Menschen wieder vermehrt lokal und regional denken. Was sagen Sie zu dieser Entwicklung? Und was bedeutet sie für unseren Standort?

Winet: Wir haben das Glück, dass unsere Region sehr lebenswert und vielseitig ist. «Home office» und Kurzarbeit führen dazu, dass wir uns lokal bewegen und das vermehrt erkennen. Der Anfang ist damit gemacht, aber das Lokale und Regionale muss langfristig mehr Bedeutung erhalten. Der Zusammenhalt in der Region und die gegenseitige Unterstützung sind Qualitäten von grossem Wert. Konkret wünsche ich mir, dass der Wert des lokalen Gewerbes gegenüber dem «billigen» Import stärker gewichtet wird. Die rein monetäre Optimierung rückt hoffentlich auch längerfristig etwas in den Hintergrund und unsere Bereitschaft, das lokale Gewerbe zu unterstützen, wieder vermehrt in den Vordergrund.

Wie sehen Sie die Zukunft unserer Region nach der Corona-Krise? Was wird sich verändert haben gegenüber der Zeit davor?

Winet: Die Krise bringt wichtige Fragen aufs Tapet. Wie sicher sind unsere Lieferketten? Wie schauen zukünftige Notfallszenarien aus? Wie können wir uns wappnen? Wir können es uns nicht leisten, wirtschaftliche Aktivitäten nochmals so drastisch hinunterzufahren. Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, Investitionen und Steuern sind dramatisch. Das trifft jede und jeden Einzelnen direkt. Ich wünsche mir auch, dass ein Ruck durch die Gesellschaft geht. Viele Menschen haben im Beruf und im Privaten Ausserordentliches geleistet. Ich denke an das Pflegepersonal, die Mitarbeitenden in den Supermärkten, die Lehrkräfte und die Familien im «Homeschooling», Freiwillige in der Nachbarschaftshilfe. Wertschätzung verdienen auch all die Unternehmerinnen und Unternehmer, die mit allen Mitteln ihren Betrieb über Wasser gehalten haben. Und schliesslich hoffe ich, dass die Kulturschaffenden nach dem Lockdown vom Publikum «überrannt» werden.

Föllmi: Ich bin ein Optimist und hoffe, dass wir auch Positives aus der Krise mitnehmen werden – gerade im digitalen Bereich. Grundsätzlich ist unsere Region hervorragend positioniert. Sie wird wieder auf die Beine kommen. Das Social Distancing wird aber wahrscheinlich seine Spuren in vielen Bereichen hinterlassen.