Shooting Mag 2 bei der Yacht Faulwerft

Das Vermächtnis eines Visionärs

4 min

Die edlen Swiss Craft Boote der Familie Faul wurden einst bis nach Sumatra exportiert. Heute wird die geschichtsträchtige Werft in Horgen bereits von der vierten Generation geführt, die fünfte steht in den Startlöchern. Die Yachtwerft Faul AG gilt als der Spezialist für alle Belange rund um Motorboote.

1896 beweist der Zürcher John Faul, Sohn eines Schuhmachers, seinen visionären Geschäftssinn: 26-jährig übernimmt er nach Abschluss der Bootbauerlehre seinen Lehrbetrieb in Zürich Riesbach, bevor er anfangs 1900 eine Werft in Wollishofen eröffnet. 1914 erwirbt er das heutige Seegrundstück in Horgen für seine Bootbauwerkstatt, wo über die kommenden Jahre die verschiedensten Bootsmodelle der Eigenmarke Swiss Craft gebaut werden. Die edlen Holzboote aus Mahagoni werden in die ganze Welt exportiert.

1974 entscheidet man schweren Herzens, sich dem Strukturwandel anzupassen und den Bootsbau aufzugeben. Mittlerweile wird das erfolgreiche Unternehmen in der vierten Generation geführt, mit Unterstützung der fünften, und verfügt über zwei Werftbetriebe in der Region.

Der Hauptbetrieb in Horgen bietet neben einem Showroom mit den neusten Bootsmodellen einen 12,5-Tonnen-Kran zur Ein- oder Auswasserung der Boote, komfortable Liegeplätze, Autoparkplätze, eine selbstbediente Seetankstelle, die rund um die Uhr geöffnet ist, Frischwasserversorgung, Fäkalien-Absauganlage, moderne Reparaturwerkstatt, grosse Farbspritzkabine, Drive-in-Motorenservice und Bootsreinigungen.

Auch die zweite Hafenanlage Seedamm-Marina in Pfäffikon SZ verfügt über ein umfassendes Service-Angebot und bietet zusätzlich ein überdachtes 3000 m2 -Winterlager.

Faul Yachtwerft Handwerker

Yacht der Faul Yachtwerft

Faul Yachtwerft Handwerk

Yachtwerft von Innen

Faul Yachtwerft aussen

Die Mehrheit der Belegschaft arbeitet seit Jahren bei Faul. So auch Dieter Frick. Seit bald 30 Jahren an Bord leitet er heute den Betrieb in Horgen. Aber was gibt es in einer Werft so alles zu tun? Wir haben Dieter Frick in der Werft besucht und mit ihm gesprochen.

Herr Frick, was ist das Haupttätigkeitsfeld der Werft?

Dieter Frick: «Unsere Aufträge sind hauptsächlich Unterhaltsarbeiten. Im Spätherbst werden die Boote eingewintert. Viele Motorboote sind ja richtige kleine Einfamilienhäuser mit Toiletten, Wasseranlagen, Boilern und Motoren. All das kann einfrieren und wird deshalb winterfest gemacht.»

Was wird getan?

«Wir lassen alles Wasser ablaufen, die Tanks werden geleert. Wenn es der Verwendung eines Frostschutzes bedarf, verwenden wir Lebensmittelfrostschutz, der gesundheitlich unbedenklich und gewässerschonend ist. Unser eigentliches Winterlager haben wir jedoch in Pfäffikon (Seedamm-Marina). Dort werden die Boote herausgenommen, gewaschen, poliert und schliesslich in der riesigen Halle sicher eingewintert.»

Bestimmt fällt so manche Extra-Arbeit an?

«Manchmal gibt es Fäulnisstellen, die wir bearbeiten müssen und manchmal brauchen Boote neue Motoren. Bei besonders grossen Booten kann sich die Arbeitszeit dann auch, je nachdem was alles gemacht werden muss, bis ins Frühjahr hinziehen. Wenn etwa mehrere Stellen mit Fäulnis entdeckt werden und viele Lackarbeiten anstehen.»

In der Werft-Halle befinden sich auch ganz neue Boote…

«Wir machen auch die neuen Boote einsatzfertig und müssen meist gewisse Dinge selber einbauen. Wie gerade bei diesem Seerettungsschiff für den Bodensee. Dieses haben wir mit einer Funkanlage und einem Radarsystem ausgestattet. Oder das Fahrschulschiff daneben, welches wir ausrüsten und dem wir den letzten Schliff verleihen. Wir erfüllen auch Extra-Wünsche, wie etwa Solarpanels, die wir auf grössere Dachflächen installieren.»

Für all diese Arbeiten braucht es Spezialisten aus verschiedenen Fachrichtungen?

«Ja, wir sind ein richtiges Spezialistenteam mit Experten, die sich mit Motoren auskennen, es braucht Elektriker, Bootbauer, die sich um die ganzen Holzsachen kümmern und wir haben Schlosser und Maler.»

Was sind die aufwändigsten Arbeiten?

«Eine Neumotorisierung kann sehr aufwändig sein, da oft auch gleich das ganze Armaturenbrett ausgetauscht werden muss. Vor allem bei Oldtimern wird die neue moderne Technik, wenn immer möglich, versteckt und es müssen passende Armaturenbretter gefunden werden.»

Was steht im Frühjahr an?

«Im Frühjahr müssen wir alle Boote wieder für das Einwassern parat machen, alle Tanks befüllen, die Wassersysteme wieder in Betrieb nehmen und abschliessend überprüfen, ob alles dicht ist. Dann kommt noch unsere Putzmannschaft und danach ist das Boot ready für die Saison.»

Was sind die schönsten Arbeiten?

«Wir machen auch Teil- oder Total-Renovationen, etwa der Kajüten. Das sind sehr anspruchsvolle, zeitaufwändige aber sehr spannende Aufgabestellungen, bei denen wir auch mit verschiedensten Experten zusammenarbeiten müssen, zum Beispiel mit Polsterern. Die Resultate sind teils so verblüffend, dass man das Gefühl hat, das Schiff sei neu. Das sind natürlich irrsinnig schöne Aufträge.»

Herr Faul Portrait

«Unsere Kunden zufriedenzustellen, und ihnen den gewünschten Rundumservice zu bieten, liegt uns sehr am Herzen.»

Franz Faul
Geschäftsleiter

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